{"id":266,"date":"2014-10-18T15:53:57","date_gmt":"2014-10-18T13:53:57","guid":{"rendered":"https:\/\/lisa-mcabbey.com?p=266"},"modified":"2014-10-26T23:02:00","modified_gmt":"2014-10-26T21:02:00","slug":"werbung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lisa-mcabbey.com\/?p=266","title":{"rendered":"Werbung f\u00fcr das 18. Jahrhundert"},"content":{"rendered":"<p>Die meisten historischen Romane der letzten Jahre sind im Mittelalter angesiedelt,\u00a0das <strong>18. Jahrhundert<\/strong> wird dagegen\u00a0eher stiefm\u00fctterlich behandelt. Da es sich dabei aber um eine <strong>sehr interessante und oft unerwartet moderne Zeit<\/strong> handelt, m\u00f6chte ich Euch das 18. Jahrhundert, und hier insbesondere die Jahre rund um 1750, in meinem Blog etwas n\u00e4her bringen. \u00dcbrigens habe ich die folgenden Fakten in der einen oder anderen Weise in meinem Buch \u201eReise nach Edinburgh\u201c verarbeitet. Viel Spa\u00df beim Schm\u00f6kern!<\/p>\n<p><strong><span class=\"fontplugin_fontid_34693_MTCORSVA\" style=\"font-size: 24px;\">Wusstet Ihr, dass &#8230;<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong><strong><span id=\"inserted2087\" style=\"font-size: 22px;\"><span class=\"fontplugin_fontid_34693_MTCORSVA\" style=\"font-size: 21px;\">\u2026 das K\u00f6nigreich Gro\u00dfbritannien seit 1714 von deutschen F\u00fcrsten regiert wurde?<\/span><\/span><\/strong><\/strong>Anne, die letzte Vertreterin des (mit Unterbrechungen) seit dem Tode Elizabeth\u2019s I regierenden Stuart-Geschlechts, war 1714 ohne \u00fcberlebende Nachkommen gestorben \u2013 obwohl sie mindestens 18 (!) Schwangerschaften hatte.<\/p>\n<div id=\"attachment_283\" style=\"width: 186px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/lisa-mcabbey.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/George_II_1755_John-Shackleton_detail2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-283\" class=\"size-full wp-image-283\" src=\"https:\/\/lisa-mcabbey.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/George_II_1755_John-Shackleton_detail2.jpg\" alt=\"George II\" width=\"176\" height=\"190\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-283\" class=\"wp-caption-text\">George II<\/p><\/div>\n<p>Bereits zu ihren Lebzeiten wurde geregelt, dass die Thronfolge auf Sophie von der Pfalz und deren protestantische Nachkommen \u00fcbergehen sollte \u2013 diese stammte \u00fcber ihre Mutter aus dem Hause Stuart ab und war zwar nur eine weit entfernte Verwandte, alle anderen \u2013 n\u00e4her verwandten \u2013 Thronanw\u00e4rter waren aber r\u00f6misch-katholisch. Sophie verstarb kurz vor Anne, und so bestieg deren Sohn Georg Ludwig, Kurf\u00fcrst von Braunschweig-L\u00fcneburg (Haus Hannover), als George I den britischen Thron. Sowohl ihm als auch seinem Sohn George II, der 1727 nachfolgte, wurden recht schlechte Englischkenntnisse nachgesagt.<\/p>\n<p><strong><strong><span class=\"fontplugin_fontid_34693_MTCORSVA\"><span id=\"inserted431\" style=\"font-size: 22px;\">\u2026 London im 18. Jahrhundert zur gr\u00f6\u00dften Stadt Europas angewachsen war?<\/span> <\/span><\/strong><\/strong>Ausl\u00e4ndische Besucher bestaunten nicht nur die moderne Stra\u00dfenbeleuchtung (\u00d6llampen), sondern auch die unz\u00e4hligen Gesch\u00e4fte, in denen Waren aus aller Welt erstmals in gro\u00dfen Schaufenstern pr\u00e4sentiert wurden. Andererseits geh\u00f6rten auch Luftverschmutzung (Ru\u00df und Rauch von Kohlefeuern), Nebel und pestilenzartiger Gestank zum Alltag der Metropole.<\/p>\n<div id=\"attachment_294\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/lisa-mcabbey.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Samuel-Scott-The_Building-of-Westminster-Bridge-ca-17421.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-294\" class=\"wp-image-294 size-medium\" src=\"https:\/\/lisa-mcabbey.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Samuel-Scott-The_Building-of-Westminster-Bridge-ca-17421-300x174.jpg\" alt=\"The Building of Westminster Brigde, S. Scott\" width=\"300\" height=\"174\" srcset=\"https:\/\/lisa-mcabbey.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Samuel-Scott-The_Building-of-Westminster-Bridge-ca-17421-300x174.jpg 300w, https:\/\/lisa-mcabbey.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Samuel-Scott-The_Building-of-Westminster-Bridge-ca-17421-1024x594.jpg 1024w, https:\/\/lisa-mcabbey.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Samuel-Scott-The_Building-of-Westminster-Bridge-ca-17421-500x290.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-294\" class=\"wp-caption-text\">The Building of Westminster Brigde, S. Scott<\/p><\/div>\n<p><span class=\"fontplugin_fontid_34693_MTCORSVA\"><span style=\"font-size: 22px;\"><strong>\u2026 vor 1750 nur eine einzige Br\u00fccke, n\u00e4mlich die von H\u00e4usern ges\u00e4umte <\/strong><\/span><\/span><span class=\"fontplugin_fontid_34693_MTCORSVA\"><span id=\"inserted431\" style=\"font-size: 22px;\"><strong>London Bridge, die beiden Themseufer in London verband?<br \/>\n<\/strong><\/span><\/span>Im November 1750 wurde die Westminster Bridge er\u00f6ffnet, ihr Bau hatte aufgrund zahlreicher Verz\u00f6gerungen (Finanzierungsprobleme, Unf\u00e4lle, harte Winter, Sabotageakte von Flussschiffern, Erdbeben) mehr als zehn Jahre in Anspruch genommen. Bis dahin hatte man die Themse an dieser Stelle nur mittels F\u00e4hrboot \u00fcberqueren k\u00f6nnen, das auch Pferde, Karren und Kutschen transportierte. Bald danach begannen die Planungen f\u00fcr eine dritte Br\u00fccke, die Blackfriars Bridge in der Londoner City.<\/p>\n<p><span class=\"fontplugin_fontid_34693_MTCORSVA\"><span id=\"inserted431\" style=\"font-size: 22px;\"><strong>\u2026 die heutige Autobahn A1 im Wesentlichen dem Verlauf der Great North Road folgt, die die beiden St\u00e4dte London und Edinburgh verband?<br \/>\n<\/strong><\/span><\/span>Die Great North Road war die Hauptverbindungsroute zwischen dem Norden und S\u00fcden der Insel und ging auf antike R\u00f6merwege zur\u00fcck. Das Reisen in jener Zeit war beschwerlich, denn der Zustand der Stra\u00dfen lie\u00df mehr als zu w\u00fcnschen \u00fcbrig: staubig im Sommer, matschig im Winter, mit Schlagl\u00f6chern \u00fcbers\u00e4t und von Spurrinnen gezeichnet. Dazu kamen weitere Unbillen: Regenf\u00e4lle und Schnee konnten Stra\u00dfen unpassierbar machen, unzureichende Federungen und beengte Fahrgastr\u00e4ume beeintr\u00e4chtigten die Bequemlichkeit in den Kutschen, nicht zu vergessen die st\u00e4ndig lauernde Gefahr\u00a0von Stra\u00dfenr\u00e4ubern.<br \/>\nLaut einem Werbeinserat aus dem Jahr 1754 ben\u00f6tigte eine \u00f6ffentliche Kutsche dank der neuen leichteren Bauweise im Sommer nur noch 10 Tage (im Winter 12 Tage), um die Strecke London \u2013 Edinburgh (ca. 400 Meilen) zu bew\u00e4ltigen. Die entsprechende Autofahrt dauert heute etwa 8 Stunden.<\/p>\n<div id=\"attachment_275\" style=\"width: 202px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/lisa-mcabbey.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/sedan-chair2-detail-Thomas-Bowles-1753_A-View-of-Leicester-Square.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-275\" class=\"size-full wp-image-275\" src=\"https:\/\/lisa-mcabbey.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/sedan-chair2-detail-Thomas-Bowles-1753_A-View-of-Leicester-Square.jpg\" alt=\"&quot;A View of Leicester Square&quot;, T. Bowles (Detail)\" width=\"192\" height=\"174\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-275\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;A View of Leicester Square&#8220;, T. Bowles (Detail)<\/p><\/div>\n<p><span class=\"fontplugin_fontid_34693_MTCORSVA\"><span id=\"inserted431\" style=\"font-size: 22px;\"><strong>\u2026 S\u00e4nften das schnellste Fortbewegungsmittel in London\u00a0waren?<br \/>\n<\/strong><\/span><\/span>Die kr\u00e4ftigen und flinken Tr\u00e4ger konnten S\u00e4nften (engl., sedan chairs) durch enge Gassen, auf Gehsteigen\u00a0und \u00fcber Stufen transportieren und umgingen damit die oftmals verstopften Stra\u00dfen der Stadt. Wer selbst keinen Tragesessel besa\u00df, konnte einen solchen rund um die Uhr mieten, an einem der Standpl\u00e4tze wie St. James\u2019 Park und Charing Cross, oder durch Herbeirufen (\u201eChair, chair!\u201c). Nach Einbruch der Dunkelheit wiesen sog. Link-Boys den S\u00e4nftentr\u00e4gern mit Fackeln den Weg, weshalb es auch den weniger ortskundigen irischen Einwanderern m\u00f6glich war, dieser recht lukrativen Arbeit nachzugehen.<br \/>\nPassagiere konnten den \u201eSedan Chair\u201c bequem in der Eingangshalle ihres Hauses besteigen und auf diese Weise die Stadt durchqueren, ohne je einen Fu\u00df in die schmutzigen Stra\u00dfen setzten zu m\u00fcssen oder (dank der Vorh\u00e4nge) von Passanten erkannt zu werden.<\/p>\n<p><span class=\"fontplugin_fontid_34693_MTCORSVA\"><span id=\"inserted431\" style=\"font-size: 22px;\"><strong>\u2026 \u00fcblicherweise nur M\u00e4nner Per\u00fccken trugen?<br \/>\n<\/strong><\/span><\/span>Per\u00fccken kamen unter dem franz\u00f6sischen K\u00f6nig Louis XIII in Mode, der auf diese Weise seine fr\u00fchzeitige Kahlheit verbarg. Die anf\u00e4nglich vollgelockten und lang herabfallenden Allongeper\u00fccken wurden in der ersten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts von kurzhaarigeren Modellen abgel\u00f6st. Per\u00fccken waren keineswegs den adeligen Herren vorbehalten, sondern z\u00e4hlten auch bei Kaufleuten, Handwerkern, Priestern, Beamten und \u00c4rzten zur modischen Grundausstattung. Die Formen und Farben waren vielf\u00e4ltig, am h\u00e4ufigsten Zopffrisuren und Bobs. Zu besonderen Anl\u00e4ssen wurden die aus Pferde-, Ziegen- oder Menschenhaar gefertigten Per\u00fccken zus\u00e4tzlich gepudert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/lisa-mcabbey.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/La_prima_colazione_1754_detail.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-278\" src=\"https:\/\/lisa-mcabbey.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/La_prima_colazione_1754_detail.jpg\" alt=\"La_prima_colazione_1754_detail\" width=\"130\" height=\"147\" \/><\/a> Frauen trugen \u00fcblicherweise keine Per\u00fccken, sie arrangierten ihr nat\u00fcrliches Haar in\u00a0schlichten,\u00a0kopfnahen Frisuren, zum Beispiel \u201e\u00e0 la t\u00eate de mouton\u201c (Schafskopf; kleine, eng am Kopf liegende Locken). Erst in den 1770er Jahren wurden die Frisuren h\u00f6her und volumin\u00f6ser, sodass die Verwendung von Haarteilen und Drahtgestellen notwendig wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"fontplugin_fontid_34693_MTCORSVA\"><span id=\"inserted431\" style=\"font-size: 22px;\"><strong>\u2026 to be continued\u00a0&#8230; <\/strong><\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die meisten historischen Romane der letzten Jahre sind im Mittelalter angesiedelt,\u00a0das 18. Jahrhundert wird dagegen\u00a0eher stiefm\u00fctterlich behandelt. Da es sich dabei aber um eine sehr interessante und oft unerwartet moderne Zeit handelt, m\u00f6chte ich Euch das 18. 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